Wintershall Dea kommentiert „Fit for 55“-Paket der europäischen Kommission

Brüssel
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Wintershall Dea on the European Commisson's "Fit for 55" Package
WINTERSHALL DEA ON THE EUROPEAN COMMISSION'S "FIT FOR 55" PACKAGE
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Wintershall Dea/shutterstock
  • Europas größtes unabhängiges Gas- und Ölunternehmen unterstützt Net Zero bis 2050
  • CEO Mario Mehren: „Brüssel muss technologieoffen sein, um erfolgreichen Klimaschutz bezahlbar zu machen“
  • CO2-Bepreisung und Emissionshandel sind Schlüsselelemente für europäische Energiewende

Wintershall Dea unterstützt das im neuen Europäischen Klimaschutzgesetz festgelegte Ziel eines klimaneutralen Europas 2050 und das 55 Prozent-Ziel bis 2030. „Wir dürfen keine Zeit verlieren. Wie die Europäische Kommission sehen auch wir die dringende Notwendigkeit für rasches Handeln, um die Klimaziele zu erreichen. Das schließt den Einsatz von Erdgas statt Kohle zur Stromerzeugung und die Verwendung neuer Technologien ein“, sagt Mario Mehren, CEO von Europas führendem unabhängigen Gas- und Ölproduzent Wintershall Dea.

„Nur mit technologieoffenen Rahmenbedingungen können wir diese Ziele erreichen. Insbesondere wenn gleichzeitig soziale Akzeptanz erhalten und die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Europas gesichert werden sollen,“ so Mehren weiter. Untersuchungen zeigen, dass ein klimaneutrales Europa auf einem technologieneutralen Pfad deutlich günstiger zu erreichen ist als bei einem Politikansatz, der ausschließlich auf Erneuerbare Energie setzt. Laut Berechnungen der Hydrogen4EU-Studie ließen sich so bis 2050 jedes Jahr 70 Mrd. € einsparen – in Summe über zwei Billionen Euro.

Wir brauchen in Zukunft Strom und Gas

„Rat, Kommission und Parlament sollten das Prinzip der Technologieoffenheit zum Leitsatz der weiteren legislativen Ausgestaltung machen. Dieses Vorgehen sollte durch den Maßstab der CO2-Vermeidungskosten flankiert werden“, fordert Mehren. „Die entscheidenden Beiträge, die Gas zur Dekarbonisierung leisten kann, sollten immer mitbedacht werden. Gasförmige Energieträger sind neben Strom als zweites, flexibles Standbein einer europäischen Energiewende notwendig und zukunftsfähig.“

Um selbst einen aktiven Beitrag zu leisten, hat sich Europas führendes unabhängiges Gas- und Ölunternehmen ebenfalls ehrgeizige Ziele gesetzt: So sollen die Treibhausgasemissionen der gesamten Rohstoffförderung (Scope 1 und 2) bis 2030 auf Netto-Null gesenkt werden. Dies gilt für eigenoperierte Projekte wie auch anteilig für die mit Partnern operierten Projekte – weltweit. Die eigene Methan-intensität will Wintershall Dea über 2025 hinaus auf unter 0,1 Prozent halten. Damit die Emissionen bei der Nutzung der geförderten Rohstoffe verringert werden, arbeitet Wintershall Dea intensiv an neuen Technologien im Bereich Wasserstoff und CCS (Carbon Capture and Storage).

„Wir tragen seit Jahrzehnten zur verlässlichen und sicheren Energieversorgung in Europa bei“, sagt Mario Mehren. Mit 70 Prozent Erdgas im Portfolio leistet das Unternehmen heute einen wichtigen Beitrag zu einer effizienten, klimaschonenden und zugleich sozialverträglichen Energieversorgung. „Veränderung ist schon immer Teil unserer Unternehmens-DNA gewesen. Wir gestalten Wandel und nutzen Chancen – seit 125 Jahren: von Kali und Salz zu Erdöl, dann zu Erdgas und nun zu Technologien wie CCS und Wasserstoff. Wir nehmen die Emissionsreduzierung in Angriff.“ Im neu gegründeten Geschäftsbereich „Carbon Management and Hydrogen“ entwickelt Wintershall Dea konkrete, anwendungs-orientierte Lösungen für die Dekarbonisierung des Energiesystems.

Standpunkte von Wintershall Dea (Mario Mehren, CEO) zu einzelnen Bestandteilen des Paketes „Fit for 55“:

ETS: „Wir sehen in der Bepreisung von CO2 ein Schlüsselelement für eine erfolgreiche europäische Energiewende. Das europäische Emissionshandelssystem hat entscheidend zu einer kosteneffizienten CO2-Reduktion beigetragen – und vor allem einen Push für den sogenannten Coal-to-Gas-Switch geliefert. Diese Umstellung von Kohle- auf Gasverstromung kann auch in Zukunft noch wichtige Klimaschutzbeiträge leisten. Die weitere Stärkung dieses Systems kann die Funktion des ETS als Klimaschutzmotor weiter forcieren.“

Revision RED II: „Strom macht in Deutschland und Europa nur einen kleinen Teil am Endenergieverbrauch aus (20 Prozent in Deutschland). Daher sollte bei der Revision der RED II breiter gedacht und auch das Potenzial dekarbonisierter Gase berücksichtigt werden. Eine wesentliche Voraussetzung für die Erschließung dieses Potenzials ist die Einführung handelbarer Herkunftsnachweise auf Basis des „book-and-claim-Systems“. An diesem System müssen sowohl erneuerbare wie auch klimaschonende Gase teilnehmen können – eine Aufsplitterung würde den Aufbau eines starken und liquiden europäischen Wasserstoffmarktes verhindern.“

Revision Energieeffizienzrichtlinie (EED): „Maßnahmen zur weiteren Steigerung der Energieeffizienz sind von essenzieller Bedeutung, wenn wir die europäischen Klimaziele erreichen wollen. Aber eine erhöhte Energieeffizienz ist kein „Ziel an sich“, sondern ein Instrument zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Insofern steht es auch im Wettbewerb mit anderen Klimaschutzinstrumenten. Ein „efficiency-first“ Prinzip sehen wir daher kritisch. Energieeffizienz darf nicht ausschließlich als absolutes Einsparziel missverstanden werden. Sie muss unter anderem auch das übergeordnete Ziel der THG-Reduktion und die Notwendigkeit von Flexibilität aufgrund des steigenden Anteils erneuerbarer Energien berücksichtigen.“

CBAM: „Die Vermeidung von Carbon-Leakage ist wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Europa. Der Mechanismus sollte vor allem als wirksamer politischer Hebel in den internationalen Klimaschutzverhandlungen eingesetzt werden. Zuvor sollten sorgfältig alle damit verbundenen Chancen und Risiken abwogen und mit Alternativen verglichen werden. Eine zentrale Rolle muss dabei die WTO-Kompatibilität sein.“

Über Wintershall Dea

Wintershall Dea ist Europas führendes unabhängiges Erdgas- und Erdölunternehmen mit mehr als 120 Jahren Erfahrung als Betriebsführer und Projektpartner entlang der gesamten E&P-Wertschöpfungskette. Das Unternehmen mit deutschen Wurzeln und Sitz in Kassel und Hamburg sucht und fördert in 13 Ländern weltweit Gas und Öl auf effiziente und verantwortungsvolle Weise. Mit Aktivitäten in Europa, Russland, Lateinamerika und der MENA-Region (Middle East & North Africa) verfügt Wintershall Dea über ein weltweites Upstream-Portfolio und ist mit Beteiligungen im Erdgastransport zudem im Midstream-Geschäft aktiv. Mehr in unserem Geschäftsbericht.

Als europäisches Gas- und Ölunternehmen unterstützen wir das Ziel der EU, bis 2050 klimaneutral zu werden. Dafür haben wir uns anspruchsvolle Ziele gesetzt: Bis 2030 wollen wir die Treibhausgasemissionen der Kategorien Scope 1 und 2 in allen unseren eigenoperierten und nicht eigenoperierten Explorations- und Produktionsaktivitäten in Höhe unseres Anteils auf netto-null reduzieren. Zudem will Wintershall Dea die eigene Methanintensität bis 2025 auf unter 0,1 Prozent senken und weiterhin das routinemäßige Abfackeln von Begleitgas komplett vermeiden. Die Klimaziele sollen durch Portfoliooptimierung, Emissionsreduzierung durch mehr Energieeffizienz, Investitionen in naturbasierte Ausgleichslösungen sowie in Zukunftstechnologien wie Wasserstoff und CCS erreicht werden. Mehr hierzu finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht.

Wintershall Dea ist 2019 aus der Fusion der Wintershall Holding GmbH und der DEA Deutsche Erdoel AG hervorgegangen. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus über 60 Nationen.

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