Wintershall Dea veröffentlicht Studien zur Firmengeschichte im Nationalsozialismus

Kassel/Frankfurt
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Wintershall Dea Historisches Bild Produktionsstätte
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Wintershall Dea
  • Buchvorstellung in Kassel: „Expansion um jeden Preis – Studien zur Wintershall AG zwischen Krise und Krieg, 1929-1945“
  • Renommierte Wirtschaftshistoriker beleuchten verschiedene Aspekte zur Rolle der Wintershall in der NS-Zeit
  • CEO Mario Mehren: „Aus unserer Vergangenheit resultiert auch ein Auftrag für die heutige Zeit.“

Anlässlich des 125-jährigen Firmenjubiläums von Wintershall hat die heutige Wintershall Dea Anfang 2019 ein Expertenteam der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte e.V. (GUG) beauftragt, die Geschichte des Unternehmens im Nationalsozialismus zu analysieren. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind jetzt in Buchform unter dem Titel „Expansion um jeden Preis – Studien zur Wintershall AG zwischen Krise und Krieg, 1929–1945“ im Frankfurter Societäts-Verlag erschienen. Das Fachbuch wird am heutigen Donnerstagabend (22. Oktober) in Kassel vorgestellt. Im Anschluss an die Präsentation findet eine Podiumsdiskussion statt, in der die Frage im Mittelpunkt steht, welche Verantwortung für die Gegenwart aus der eigenen Vergangenheit resultiert. Die Buchvorstellung findet unter Einhaltung strikter Hygienemaßnahmen statt und wird live aufgezeichnet und im Internet (www.wintershalldea.com und www.unternehmensgeschichte.de) ab kommender Woche zu sehen sein.

Um die Unternehmensgeschichte umfassend aufzuarbeiten, wurden verschiedene Aspekte der eigenen Vergangenheit von 1929 bis 1945 untersucht. So forschte Rainer Karlsch vom Institut für Zeitgeschichte München-Berlin zum Thema „Krisengewinner? Der Einstieg des Kalikonzerns Wintershall in die Erdölwirtschaft 1929-1945“.  Ingo Köhler von der Humboldt-Universität Berlin setze seinen Schwerpunkt auf die Verstrickung der damaligen Führungsebene mit dem Nationalsozialismus. Manfred Grieger von der Georg-August-Universität Göttingen beleuchtet hingegen die damalige betriebliche Sozialpolitik und das Thema Zwangsarbeit. Die drei Wissenschaftler zogen dafür Material aus rund 20 nationalen und internationalen Archiven heran und suchten auch den Austausch mit der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft. Allein die Recherchen im Bundesarchiv hatten über 2.500 Kopien und eine lange Inventarliste relevanten Materials geliefert.

Die Untersuchungen der Historiker belegen, dass die Führung der damaligen Wintershall zum Teil eng mit der herrschenden NSDAP verstrickt war und die Nationalsozialisten aktiv unterstützt hat. Als Unternehmen profitierte Wintershall von Zwangsarbeit und der Kriegswirtschaft. Die vorliegenden wissenschaftlichen Ergebnisse tragen aber nicht nur zur Aufarbeitung der Wintershall-Geschichte im Nationalsozialismus bei. Sie ermöglichen auch einen genaueren Blick auf das Verhalten der gesamten Öl- und Gasindustrie in der NS-Zeit und erinnern Unternehmen heute daran, dass wirtschaftliches Handeln immer auch politisches Handeln ist.

Auch Mario Mehren, Vorstandsvorsitzender von Wintershall Dea, sieht die transparente Aufbereitung und Kommunikation der Firmengeschichte in einem größeren Kontext. „Als Unternehmen wollen wir die Vergangenheit nicht totschweigen. Ganz im Gegenteil: Wir wollen uns der Vergangenheit bewusst und transparent stellen. Denn aus der eigenen Vergangenheit resultiert auch eine Verantwortung für die Gegenwart. Als führendes deutsches und europäisches Unternehmen unserer Branche treten wir bewusst für Respekt und Toleranz und für ein friedliches, demokratisches Miteinander ein. Die offene Auseinandersetzung mit unserer eigenen Geschichte ist ein weiteres Bekenntnis zu diesen wichtigen Werten“, so Mehren.

Die ausführliche Dokumentation „Expansion um jeden Preis“ ist als gebundenes Buch (Hardcover, 258 Seiten, ISBN 978-3-95542-378-0) in deutscher und englischer Sprache im Societäts-Verlag zum Preis von 20,00 Euro erschienen.

Das Coverfoto schicken wir gerne in elektronischer Form zu. Auf Anfrage erhalten Redaktionen zur Besprechung kostenlos Exemplare zugesandt.

Hinweis für Medien: Die Buchvorstellung findet am Jahrestag der Kasseler Bombennacht von 1943 statt, bei der auch die Firmenzentrale der Wintershall in Flammen aufgegangen war. Nach der Buchvorstellung diskutieren Professor Dr. Manfred Grieger, Andrea Schneider-Braunberger von der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte, CEO Mario Mehren und Lukas Mühlbauer, Schülersprecher der Walter-Lübcke-Schule Wolfhagen, mit Moderator Claus-Peter Müller von der Grün.

Die Veranstaltung ist ab kommender Woche im Internet zu sehen. Journalisten, die Besprechungsexemplare des Buches bestellen oder an der Aufzeichnung der Sendung live teilnehmen möchten, melden sich bitte per Mail unter presse@wintershalldea.com.

Über Wintershall Dea

Wintershall Dea ist Europas führendes unabhängiges Erdgas- und Erdölunternehmen mit mehr als 120 Jahren Erfahrung als Betriebsführer und Projektpartner entlang der gesamten E&P-Wertschöpfungskette. Das Unternehmen mit deutschen Wurzeln und Sitz in Kassel und Hamburg sucht und fördert in 13 Ländern weltweit Gas und Öl auf effiziente und verantwortungsvolle Weise. Mit Aktivitäten in Europa, Russland, Lateinamerika und der MENA-Region (Middle East & North Africa) verfügt Wintershall Dea über ein weltweites Upstream-Portfolio und ist mit Beteiligungen im Erdgastransport zudem im Midstream-Geschäft aktiv.

Wintershall Dea ist 2019 aus der Fusion der Wintershall Holding GmbH und der DEA Deutsche Erdoel AG hervorgegangen. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 2.800 Mitarbeiter aus über 60 Nationen.

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