125 Jahre Wintershall: in Deutschland daheim, in der Welt zu Hause

Kassel/Hamburg
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Wintershall Dea
  • Großer Festakt in Kassel zum Firmenjubiläum
  • Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier: „Eine wunderbare Erfolgsgeschichte“
  • Vom Kaliproduzenten zu Wintershall Dea, Europas führendem unabhängigen Gas- und Ölunternehmen

Mit rund 400 Gästen feiert Wintershall Dea das 125-jährige Firmenjubiläum von Wintershall mit einem großen Festakt in Kassel und beendet damit das Jubiläumsjahr. Bereits Anfang des Jahres hatte die DEA Deutsche Erdöl AG ihr 120-jähriges Jubiläum in Hamburg gefeiert. Im Mai dieses Jahres sind die beiden deutschen Traditionsunternehmen zu Wintershall Dea fusioniert, Europas führendem unabhängigen Gas- und Ölunternehmen.

Neben hochrangigen Ehrengästen aus dem In- und Ausland, aus Politik und Gesellschaft, folgten auch Wegbegleiter, Wegbereiter und Mitarbeiter der Einladung von Wintershall Dea nach Kassel. „125 Jahre sind ein stolzes Alter und schon allein deswegen immer ein guter Grund zu feiern“, sagt Vorstandsvorsitzender Mario Mehren in seiner Festrede. „Wir feiern ein Jubiläum, aber das Geburtstagskind hat sich längst zu etwas Neuem entwickelt. Wie alle spannenden Geschichten im Leben, gibt es auch in der Historie von Wintershall viele Wende- und Höhepunkte. An einem dieser Punkte stehen wir aktuell: Vor einem halben Jahr sind Wintershall und DEA zu Wintershall Dea fusioniert. Pünktlich zum Geburtstag schlagen wir also ein neues Kapitel auf. Die Geschichte ist lange noch nicht abgeschlossen.“

„Dieser Zusammenschluss ist der richtige Schritt zur richtigen Zeit, um auf die Veränderungen in unserer Branche zu reagieren“, ist Wintershall Dea-Chef Mehren überzeugt. „Damit tun wir genau das, was die Geschichte von Wintershall schon so oft ausgezeichnet hat: Wir nehmen Veränderungen und Herausforderungen an und haben den Mut, neue Wege zu gehen.“ Denn die Unternehmen passen gut zusammen. „Wintershall und DEA arbeiten seit Jahrzehnten Seit’ an Seit‘ zusammen. Zunächst 1954 in Peru. Danach hielt die Partnerschaft über Jahrzehnte – in vielen Ländern und Projekten.“

Hans-Ulrich Engel, Aufsichtsratsvorsitzender von Wintershall Dea und BASF-Finanzvorstand, sagt in seinem Grußwort: „Bei Wintershall hat Veränderung Tradition. Der Mut, immer wieder vertraute Pfade zu verlassen, auf die aktuelle Marktsituation zu reagieren, Herausforderungen als Chancen zu sehen und als Chancen zu nutzen – das macht ein erfolgreiches Unternehmen aus! Genau das konnte Wintershall. Und genau das kann auch Wintershall Dea. Wintershall Dea hat viel erreicht – und noch viel vor.“

Kassel, Hessen und die Welt gratulieren

Vor rund 100 Jahren (1920) siedelte sich Wintershall in Kassel an und verlegte in den 1950er Jahren den Firmensitz in die nordhessische Stadt. Auch nach dem Zusammenschluss mit DEA Deutsche Erdöl AG ist Kassel neben Hamburg einer der Unternehmenssitze.

Volker Bouffier, Hessischer Ministerpräsident: „Ursprünglich wurde Wintershall vor 125 Jahren als Bohrunternehmen zur Kaliproduktion gegründet. Heute ist die Firma Europas führendes, unabhängiges Gas- und Ölunternehmen mit weltweit rund 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Eine wunderbare nordhessische Erfolgsgeschichte, die auch zeigt: Die Entscheidung für Hessen ist immer eine gute. Unser Land steht wirtschaftlich hervorragend da. Wir gehören zu den wettbewerbsfähigsten Ländern, auch und gerade in einer sich immer schneller entwickelnden globalisierten Welt. Das liegt auch an der erfolgreichen Entwicklung der Stadt Kassel und der Region. Nordhessen ist mittlerweile ein wichtiger Wirtschaftsstandort in der Bundesrepublik Deutschland. Es gibt nicht viele Unternehmen, die bereits seit 125 Jahren existieren. Wintershall Dea kann, wie im Übrigen auch die Region, stolz auf seine Leistung sein. Ich bin mir sicher, dass das Unternehmen in seiner Erfolgsgeschichte noch viele weitere Kapitel hinzufügen wird. Ich wünsche Wintershall Dea und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiterhin viel Erfolg und alles erdenklich Gute für die Zukunft.“

Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle ergänzt: „Die Wintershall Dea GmbH gehört ohne Zweifel zu den bedeutendsten Unternehmen und wichtigsten Arbeitgebern in Kassel. Wir sind die Energie-Stadt. Mehr als 7000 Menschen – über 10 Prozent der Beschäftigten – arbeiten in rund 20 Energie- und Rohstoffunternehmen in Kassel. Zudem ist Wintershall Dea seit vielen Jahren unermüdlicher Förderer zahlreicher kultureller und sozialer Projekte in Kassel. Ein deutliches und enorm wichtiges Zeichen hat Wintershall Dea als wesentlicher Treiber der Unternehmensinitiative ,Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung‘ gesetzt.“

Einen Blick auf die globalen Themen sowie die Herausforderungen, die sich Europa aktuell stellen, betonte Sigmar Gabriel in seiner Festrede „Europas Zukunft in unruhigen Zeiten“. Für Europas führenden unabhängigen Gas- und Ölproduzenten Wintershall Dea gab der ehemalige Umwelt-, Außen- und Wirtschaftsminister relevante Anregungen für die künftige Ausrichtung. „Wintershall Dea hat eine deutsche Geschichte und eine europäische Zukunft – als ein dynamischer internationaler Player, der Brücken bauen kann“, so Gabriel in seiner Ansprache.

Wintershall und DEA: Von Wettbewerbern über vertrauensvolle Partner zu einem gemeinsamen Unternehmen

Der Blick auf die Wintershall-Geschichte zeigt auch, wie weit die Zusammenarbeit mit DEA Deutsche Erdöl AG zurückreicht, dem anderen großen deutschen Öl- und Gasproduzenten. Schon das erste Auslandsprojekt von Wintershall in Peru wurde gemeinsam mit DEA durchgeführt. Später gab es gemeinsame Projekte etwa in Libyen, Norwegen und vor allem: in Deutschland. So haben Wintershall und DEA gemeinsam die beiden großen deutschen Erdölfelder Schwedeneck-See in der Kieler Bucht und Mittelplate im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer entwickelt. Aus Mittelplate fördern die beiden Unternehmen noch heute gemeinsam. Aber die Zusammenarbeit reicht historisch noch in weitere Arbeitsfelder.

Auch international suchen die beiden deutschen E&P-Produzenten weiterhin den Schulterschluss, um als deutsche Traditionsunternehmen im weltweiten Wettbewerb mit den großen Ölkonzernen zu bestehen. So engagierten sich Wintershall und DEA seit den 1950er Jahren zusammen in der Deutschen Gasolin AG und später auch in der Deminex, einem Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Mineralölindustrie, das zwischen 1969 und 1998 tätig war.

Aufarbeitung der Rolle Wintershalls im Nationalsozialismus

Im Jubiläumsjahr setzt sich Wintershall auch kritisch mit der eigenen Geschichte auseinander. Dabei liegt besonderes Augenmerk auf der Aufarbeitung der Rolle von Wintershall im Nationalsozialismus. Noch vor dem Zusammenschluss mit DEA im Mai dieses Jahres hatte Wintershall die wissenschaftlich anerkannte Gesellschaft für Unternehmens-geschichte (GUG) mit der Untersuchung von konkreten Fragestellungen zur Firmengeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus beauftragt.

Dabei geht es unter anderem um die Nähe der Wintershall-Führung zum NS-Regime, die Rolle des Unternehmens bei der Erkundung und Ausbeutung von Erdölvorkommen in den angeschlossenen und besetzten Gebieten, die Veränderungen im Arbeitsalltag nach der nationalsozialistischen Machtübernahme, den Einsatz von Zwangsarbeitern sowie die Frage, inwiefern deutsche Erdölunternehmen noch in den 1950er Jahren von den Erkenntnissen des nationalsozialistischen Reichsbohrprogramms profitierten. Erste Ergebnisse wurden auf einer historischen Tagung im September in Kassel vorgestellt und diskutiert. Die finalen Studien werden 2020 vorliegen und publiziert.

125 Jahre Wintershall: Meilensteine und Wendepunkte im Überblick

Anfang 1894 meldeten Heinrich Grimberg und Carl Julius Winter ein gemeinsames Bohrunternehmen zur Produktion von Kalisalz an. Der Unternehmensname fügte sich zusammen aus dem Gründernamen „Winter“ und dem alten deutschen Wort „Hall“ für Salz. Also: Wintershall. Ursprünglich wurde das Unternehmen gegründet, um Kalisalz zu fördern, das als Düngemittel diente.

Eine ganz neue Richtung nahm das Unternehmen dann durch einen Zufall: ein Erdöleinbruch in einer benachbarten Kaligrube im Jahr 1930. Hier tat sich ein neues Geschäftsfeld auf, da die Kalisalzproduktion durch die Weltwirtschaftskrise eingebrochen war. Dieser Ölfund und die Nähe von Kalisalz und Erdöl war eine Chance, die Wintershall nutzte. Schon 1931 beteiligte sich Wintershall an zwei Unternehmen, die über ergiebige Ölquellen in der Nähe von Hannover verfügten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand die Erdgasförderung als neuer Geschäftszweig der Wintershall. 1951 konnte das Unternehmen einen großen Gasfund im niedersächsischen Rehden verzeichnen und wurde schnell zu einem Pionier in der westdeutschen Erdgasproduktion. Etwa mit der Gasleitung von Rehden nach Georgsmarienhütte. Schnell wurde aber auch klar, dass die heimische Öl- und Gasförderung allein den steigenden Bedarf nicht decken kann. So begann Wintershall mit Auslandsaktivitäten. Zunächst, 1954, in Peru. Später auch in Libyen, Kanada und dem Oman.

1969, vor genau einem halben Jahrhundert, wurde Wintershall zu einem Tochterunternehmen der BASF. Durch die Übernahme von Wintershall konnte der Chemiekonzern die eigene Versorgung mit wichtigen Rohstoffen sichern. Und für Wintershall bedeutete dies, durch noch mehr Finanzkraft das Auslandsengagement im Öl- und Gasgeschäft auszubauen.

Ein Meilenstein für die Internationalisierung der Wintershall-Aktivitäten war ein Vertrag, der 1990 mit dem weltweit größten Erdgasproduzenten – der russischen Gazprom – geschlossen wurde,. Was als Vereinbarung zur Vermarktung von russischem Erdgas begann, entwickelte sich in den darauffolgenden mehr als 25 Jahren zu einer engen Partnerschaft: mit gemeinsamer Erdgasproduktion und gemeinsamen Infrastruktur-projekten wie der Ostseepipeline Nord Stream.

Über Wintershall Dea

Mit dem Zusammenschluss von Wintershall Holding GmbH und DEA Deutsche Erdoel AG bilden zwei erfolgreiche Firmen mit langer Tradition das führende unabhängige Erdgas- und Erdölunternehmen Europas: Wintershall Dea. Das Unternehmen mit deutschen Wurzeln und Sitz in Kassel und Hamburg sucht und fördert weltweit in 13 Ländern Gas und Öl auf effiziente und verantwortliche Art und Weise. Mit Aktivitäten in Europa, Russland, Lateinamerika und der MENA-Region (Middle East & North Africa) verfügt Wintershall Dea über ein weltweites Upstream-Portfolio und ist mit Beteiligungen im Erdgastransport zudem im Midstream-Geschäft aktiv.

Wintershall Dea steht für mehr als 120 Jahre Erfahrung als Betriebsführer und Projektpartner entlang der gesamten E&P-Wertschöpfungskette. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 4.000 Mitarbeiter aus über 60 Nationen. Die durchschnittliche Tagesproduktion im Jahr 2018 von rund 590.000 Barrel Öläquivalent will das Unternehmen bis 2023 auf rund 750.000 Barrel steigern.

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